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Berliner Zeitung 23.01.2004
ir.

Jubiläums-Bild

Harald Metzkes hat sich zu seinem heutigen 75. Geburtstag ein Bild gemalt. "Allodri" (Abb.) ist gleichsam eine Jubiläumsversammlung des typischen Bildpersonals des einstigen "Cézannisten" vom Kollwitz-Platz, dieses prägenden Vertreters der sogenannten Berliner Schule. Auch "Allodri" wirkt wie ein Stück aus der Commedia dell Arte, dem italienischen Stegreifpossenspiel aus dem 16. bis 18. Jahrhunderts, mit Harlekin, Columbine, Tänzerin und Gauklern auf kippeligem Podest, mit bunten Kostümierungen, Masken und Leitern. Metzkes zerbrechlich scheinendes Welttheater war und ist standhaft. Die abermals aufgeführte menschliche Komödie, dieser Reigen der Illusionen, hinter dem Glück und Pech, Leben und Tod, Liebe und Hass, Zweisamkeit und Einsamkeit aufscheinen, stimmt traurig und heiter zugleich. Metzkes mag diese Ambivalenz. Das Nichteindeutige, das andeutungsreiche Wechseln zwischen den Polen Spaß und Ernst ist der Quell, aus dem sich seine Bildsprache speist. Und genau das ist heutzutage kostbar für die so oft totgesagte, aber immer noch sehr lebendige Malerei. (ir.)

Geburtstagsausstellung "Metzkes und die Berliner Schule" in der Galerie Leo.Coppi. Hackesche Höfe, 29.1. bis 27.3., Di-Fr 13- 18.30/Sa 12-18 Uhr.